Camping im Geiseltal, Geocaching in Mücheln

Es war mal wieder Zeit für einen Besuch im Geiseltal, also
haben wir das Zelt auf dem Campingplatz am Geiseltalsee aufgeschlagen. Seit dem
vergangenen Jahr hat sich viel getan im Geiseltalsee-Camp auf der Halbinsel
Stöbnitz, weitere Toilettenhäuschen und Duschen sind gebaut, Schlaf-Fässer
aufgestellt und die Tauchbasis ist eingerichtet.

Start zur Cachetour durch Mücheln im Geiseltal

Blick auf Mücheln im Geiseltal
Wir lagerten auf der oberen Terrasse des Zeltplatzes, und
genossen einen tollen Ausblick auf den Hafen gegenüber und die Dächer des
Städtchens Mücheln. 
Laut Geocaching Map sind dort viele Geocaches versteckt,
die Marina und der Eingang zur Stadt sind keine halbe Stunde Fußweg weit
entfernt. Also galt ein Tag unseres Campingurlaubes der alten Stadt im Geiseltal
und ihren Dosen. Diese sind so versteckt, dass wir an allen Sehenswürdigkeiten
Müchelns vorbeikamen und die schönsten Seiten des Ortes entdeckten.
Treppe und Tunnel zur Altstadt 
Fußabdruck eines Handtieres

Schnell waren die beiden Tradis an der Marina Mücheln
geloggt, wir schlugen den Weg zur Stadt ein. Seltsame gelbe Fuß- oder
Handabdrücke locken den Besucher die Treppe zum Tunnel hinauf und führen direkt
zur Stadtinformation am Marktplatz. Dorthin wollten wir eh, ein Cache ist dort
versteckt, der Weg lohnt sich aber auch für Nichtcacher.


Das Tor zum Geopark Saale-Unstrut-Triasland

Die Stadtinformation Mücheln ist im Alten Postamt
untergebracht. Drinnen erfuhren wir, dass die gelben Spuren an Handtiere
(wissenschaftlich Chirotherium) erinnern, die vor 250 Millionen Jahren im
Geiseltal lebten. In den Räumen des Informationszentrums sind jede Menge Fossilien
ausgestellt, weitere Exponate locken in die oberen Etagen, wo das „Tor zum Geopark
Saale-Unstrut-Triasland“ eingerichtet ist. Bei der Stadtinfo hätten wir auch
Fahrräder ausleihen können, setzen unsere Cacherunde aber zu Fuß fort.
Historisches Rathaus der Stadt Mücheln
im Geiseltal
Vorher bewundern wir aber noch das schicke Rathaus Müchelns,
das direkt an das Alte Postamt grenzt. Seit 1571 steht es an diesem hübschen Marktplatz
und beeindruckt bis heute im Stil der Spätrenaissance. Wir setzen uns auf die
Nischen der Sitzportale, bestaunen kunstvolle Steinmetzarbeit und die seltene
Holzspindeltreppe aus Stein. Der Rathausturm wirkt gewaltig, etwa so hoch wie er
ist, sollen die Rathauskeller tief sein. Irgendwann werde ich eine Führung in
die Gewölbekeller mitmachen und mir den mittelalterlichen Folterkeller
anschauen. 

Barockgarten und Landschaftspark

Jetzt ist die „gemauerte Silberlinde“ im Landschaftsgarten
St. Ulrich unser Ziel. Das Navi führt uns einen verträumten Pfad an der Geisel
entlang, bis hin zur Schlossstraße und dem Barockgarten. Er ist von Kalksteinmauern
umgeben, seine Terrassen sind auf einem sonnigen Hang angelegt. Oberhalb hofft
das ehemalige Teehaus auf Sanierung. Am Ausgang des Barockgartens fiel unser
Blick auf das Wasserschloss St. Ulrich. Die einstige Schönheit ist dem neubarocken
Bauwerk noch anzusehen. Es steht auf Stelzen aus Eichenholz, damit diese nicht
verwittern, muss der Schlossgraben immer gut mit Wasser befüllt sein.
Wasserschloss Mücheln

Barockgarten Mücheln
mit Teehaus
Gegenüber vom Schloss schlängeln sich die Parkwege des
ehemaligen Schlossparkes den Hang hinauf. Oben erwartete uns besagte
Silberlinde sowie eine begehrte Dose mit Logbuch. Den nächsten Cache hat der
Owner auf einem Hügel etwas außerhalb des Ortes platziert. So liefen wir die wenig
befahrene Landstraße entlang, bis zum Katzhügel, schlugen nach dem Log den Weg
zum Müchelholz ein. 
Bisher kannte ich nur Baumhäuser am Baum. 
Hier ist wohl das Haus im Baum?

Wandernd und Cache-suchend vom Katzhügel nach St. Micheln

Bald nach den Pferdekoppeln kündigte das GPS ein Versteck an, dabei erfuhren wir, das Mücheln einen Tontaubenschießplatz hat.
Rastplatz und Forsthaus
Ein Stück
weiter fanden wir am Forsthaus einen willkommenen Rastplatz und ein weiteres
Dosenversteck. Nun mussten wir in diesem Wald nur noch die Räuber besuchen und
gingen danach den schattigen Waldweg zurück zum Ortsteil St. Micheln.
Unter den
Linden entlang strebten wir der Pforte zum Himmel entgegen. Der ansteigende Weg
führte uns zu einem gepflegten Friedhof und der Kirche St. Micheln. Ihren
Kirchturm haben wir ja schon von Weitem gesehen, sie steht an einem der
schönsten Plätze der Umgebung. Einen schönen Ausblick hatten wir dort, konnten
gut den gegenüberliegenden Kohlberg sehen, auf den uns später noch ein
Eartcache lockte.

An der Geiselquelle

Bevor wir jedoch zu den St. Michelner Höhlen aufstiegen, zog
es uns an die Geiselquelle. Wieder so ein schöner Ort, den Mücheln verbirgt,
denn kaum einer der Touristen am Geiseltalsee scheint sich hierher zu verirren.
Das Quellwasser quillt quasi aus dem Kalkstein, sammelt sich zu einem flachen,
kleinen See, der an eine Grünfläche grenzt. Alte Bäume mit kräftigen Stämmen
und weit ausholenden Kronen spenden Schatten. Das kühle Wasser tat den
wandermüden Füssen gut, auch ohne den angelegten Kneipp-Pfad hätte ich mir hier
ein Fußbad gegönnt. Währenddessen suchen die anderen nach der Dose, sind ja
alle schon groß.

Auf der Suche nach den Kalksteinhöhlen

Weiter
ging’s, zu den Kalksteinhöhlen, Cacher sind ja sportlich, so bewältigten wir den
steilen Pfad gut und schnell. Nach den Höhlen selbst suchten wir etwas länger,
denn die Pflanzen wachsen hier recht hoch und verstecken die Höhleneingänge
sorgfältig. Ein schönes Abenteuer! Außerdem lernten wir dank Listing und den
zum Eartcache gehörenden Fragen viel über die Müchelner Kalkfelsen. 

Auf dem Geiseltaler Höhenweg gelangten wir dann irgendwann
zu den Resten eines ehemaligen Waldhauses. Nur ein Stückchen Treppe blieb davon
erhalten und gerade genug Mauerrest, um einen Cache zu verbergen.

Gedenkstein oder Mutter der Sagensteine?

Verschlungene Pfade führten uns danach zu einem großen
Stein, „Mutter der Sagensteine“ nennt ihn der Owner. Mehrere Sagensteine liegen im
Geiseltal verstreut, auf ihnen sind Tafeln mit Sagen aus der Region angebracht.
 Eigentlich soll dieser Stein wohl an die Völkerschlacht von 1813 erinnern. Der
Müchelner Verschönerungsverein hat ihn 1914 im Mahlerholz aufgestellt. Nach dem
Log wanderten wir weiter zum verlassenen Waldbad, wo die nächste Dose
fantasievoll versteckt liegt. Nun blieb noch das Versteck am ehemaligen
Kulturhaus Weltfrieden und heutigem Schützenhaus ausfindig zu machen auch das
gelang uns bald. Jetzt lachen auf unserer Müchelner Cachekarte lauter gelbe
Smileys. 

Mücheln – Stadt am Jacobsweg, mit Mühlenwanderweg im Geiseltal

Unterwegs fielen uns immer die Markierungen mit der
Jacobsmuschel auf, denn Mücheln liegt am Jakobsweg. Örtliche Anlaufstelle für
Pilger ist die Kirche St. Jacobi, wir konnten sie nicht besichtigen. Pforte war
verschlossen, genau wie bei St. Micheln und St. Ulrich. Nichtcacher können ja
Mücheln auf dem Mühlenwanderweg erkunden, der auch an der 12 Apostelquelle und
dem Brunnen am Topfmarkt vorbeiführt.
Wir hatten einen schönen Tag in der kleinen, historischen
Stadt, haben viele schöne alte Häuschen gesehen, Reliefs an Hauswänden entdeckt
und das viele Grün genossen. So wie wir kamen, verließen wir die Stadt wieder
durch den Tunnel unter der Landstraße und dem Viadukt. Am Ende des Tunnels
begeistert uns immer wieder der atemberaubende Blick auf die Bucht des Geiseltalsees
mit dem Jachthafen und bis hinüber zum Zeltplatz, wo oberhalb noch der Weinberg
„Goldener Steiger“ sichtbar ist.

Lest auch den Beitrag über unsere Caching-Erfolge rund um den Geiseltalsee.

2 Replies to “Camping im Geiseltal, Geocaching in Mücheln”

  1. Wieder ein seht interessanter Reisebericht. Ich glaube, wir müssen auch mal in diese Ecke. Wie lautete die Adresse von den Wognfässern?
    Viele Grüße bis zum nächsten Stammtisch von Manialaos

  2. Freut mich, wenn ich euch inspirieren kann. Für die Fahrt zum Campingplatz Mücheln gebt ihr -Geiseltalsee Camp, Werkstraße Stöbnitz – ins Navi ein. Falls ihr reservieren wollt ruft Inhaber Thomas Patzer auf dem Handy an 0170-3011285. Viel Spaß dort.
    Wir sehen uns beim Stammtisch oder im Wald.
    viele Grüße
    Katrin

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