CITO in Burgstetten – die Alfologen riefen, wir kamen!

So wie in aller Welt, trafen sich am 25. April 2015 auch im
Großraum Halle die Geocacher zum CITO. Wir folgten dem Ruf der „Alfologen“,
um das Gelände der Burgstetten-Runde von Müll und Unrat zu befreien.

Müll einsammeln am Porphyrhügel Burgstetten

Für alle nicht-cachenden Leser (Muggels):
CITO setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen
Worte “Cache In Trash Out” zusammen. Laut Übersetzer kann man auch „Cash
rein, Müll raus“ dazu sagen. Wir räumen quasi unseren weltweiten Hobbyraum auf
und sammeln den Abfall ein, den unachtsame Passanten hinterlassen haben.
Ausgerüstet mit Müllsäcken und Arbeitshandschuhen trafen wir
uns pünktlich bei den angegebenen Koordinaten. Schnell füllte sich der Container, was nicht allein an
Verpackungsresten, Flaschen, Autoreifen und anderen herumliegenden Einzelteilen lag. Aufmerksame
Müllmuggels hatten wohl von unserer Aktion Wind bekommen und ganze Säcke voller
Müll im CITO-Gebiet bereitgestellt, statt diesen selbst zur Deponie zu bringen.
Darunter säckeweise Pferdemist, über den sich mancher Kleingärtner
wahrscheinlich gefreut hätte.

Die Teilnehmer dokumentierten anschließend in ihren Logs die wichtigsten
Funde. Dort lese ich von Rasenmähern, Autobatterien, einem Nagerstall, Linoleum
und einem Motorradschlauch.

Nun, egal – wir haben´s weggeräumt.

Steinbruchsee am Burgstetten
Wer es nicht schon vorher getan hatte, suchte natürlich bei dieser Gelegenheit noch die Dosen der Burgstettenrunde – es war ja hervorragendes Wetter.

Zum Lohn gab es Leckereien vom Grill

Die organisierenden Owner haben an alles gedacht. Haben
einen PKW mit Anhänger rumgeschickt, damit wir volle Abfallsäcke nicht schleppen
mussten und sogar für Verpflegung gesorgt. Denn während wir arbeiteten, hat der Partyservice Maschek leckere Würstchen, Steaks und Schaschlik gegrillt. Das
Beste dabei – sie haben das leckere Essen gesponsert und wir mussten „keinen
Pfennig dazubezahlen“. Großen Dank dafür. 

Ein virtuelles Souvenir von Geocaching haben wir natürlich auch bekommen.

Steinbruch-Idyll auf der Porphyrkuppe im Saalekreis

Der Burgstetten ist einer dieser typischen Porphyrhügel im
Saalekreis. Er erhebt sich etwa 140 Meter über Normalnull auf der Gemarkung der
Ortschaft Niemberg. Porphyr ist ein beliebtes Baumaterial, auch hier wurde das
Gestein jahrelang abgebaut. 
Herbst am Steinbruch Burgstetten
Mutter Natur hat den ehemaligen Steinbruch in ein idyllisches Fleckchen verwandelt mit kleinem See und üppigem Pflanzenwuchs.


Burgstetten – ein Hügel mit Geschichte

Auf und an diesem Hügel haben schon Steinzeitmenschen,
Germanen und Slawen gesiedelt. Davon zeugen archäologische Fundstücke die in
der Heimatstube Niemberg ausgestellt sind. Im Mittelalter kamen die Flamen und
kultivierten die Landschaft, später ließen sich hier Hugenotten und Pfälzer
nieder.
Selbst die alten Römer haben wahrscheinlich einmal ein
Heerlager auf dem Burgstetten aufgeschlagen. Diese Annahme begründet sich auf
Luftaufnahmen, die ein Doppelgrabensystem erkennen lassen. Der Hügel war
sicherlich ein strategisch wichtiger Punkt, bot er doch weite Sicht über das
ansonsten flache Land. 
Blick zum Petersberg bei Halle

An dieser Aussicht erfreuen sich heute vor allem Cacher,
Spaziergänger und Pilger vom vorbeiführenden Lutherweg. Bei klarem Wetter kann
man vom Burgstetten bis Leipzig, Köthen oder zu den Halden im Geiseltal sehen,
während über dem Hügel Segelflugzeuge durch die Luft gleiten.

Jedes Jahr im Herbst bevölkern Familien aus den umliegenden
Ortschaften die Wiesen am Hang des Burgstetten. Dann wird der Porphyrhügel zum
Schauplatz des traditionellen Drachenfestes mit Ringreiten, dass der
Burgstettenverein e.V. organisiert. Und zu Himmelfahrt hält die Pfarrgemeinde auf
der Hangwiese einen Familiengottesdienst ab.

Doch damit könnte es bald vorbei sein, denn ein Unternehmen
beruft sich auf seine Bergrechte und hat die Genehmigung erwirkt, wieder
Steine aus dem Berg zu brechen. Noch kämpft der Verein Burgstetten dagegen an –
viel Erfolg dabei.

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