Das Geiseltal-Camp Stöbnitz, Zeltplatz am Geiseltalsee

Offenbar wird der Campingplatz am Geiseltalsee bei Mücheln immer
bekannter und beliebter. So war unser Lieblingsplatz bereits besetzt, als wir
dieses Jahr im Camp auf der Halbinsel Stöbnitz ankamen. Wir fanden trotzdem
einen schönen, aussichtsreichen Stellplatz für unseren altgedienten Klappfix. Mit
dieser Aussicht über den See hat sich der Zeltplatz bereits bei unserem ersten
Besuch ins Camperherz geschlichen. Schon damals, ganz ohne Komfort, war es
wunderschön hier. Es gab nur die obere Wiese, einen eilig angebrachten
Stromverteiler und ein Dixihäuschen. Ach ja, eine Wasserentnahmestelle, der Strand
und eine Handvoll Camper waren auch schon da.
Früh am Morgen ist es noch ruhig
in Strandbad und Campingplatz Stöbnitz

Außerdem gab es die Betreiber Constanze und Thomas Patzer,
die mit leuchtenden Augen von ihren Plänen erzählten. Fortan campten wir
mindestens einmal jährlich am Geiseltalsee. In der Zwischenzeit schufen die
Beiden, mithilfe der Familie, immer etwas Neues, bauten Toilettenräume, richteten
Duschen ein und einen Platz zum Geschirrabwaschen. Sie befestigten den noch kargen
Hang und Terrassen für Stellplätze, den Sandstrand unterhalb des Campingplatzes
verwandelten Sie in ein Badeparadies. Sicher, auf dem, gut sechs Hektar großem,
Areal bleibt noch einiges zu tun, aber Campingfreunde wie wir fühlen sich
offensichtlich jetzt schon wohl.
Dieser W50 hat Betten, Kühlschrank
Küche und alles was ein Camper
noch so braucht.
unser Klappfix-Zeltanhänger

Mit
unserem DDR-Klappfix gehören wir zu den Exoten auf dem Campingplatz. Außer
einer nostalgischen Leinwandvilla nebst Trabi, einem umgebauten W50 und ein
paar einfachen Zelten auf der Zeltwiese standen vor allem moderne Wohnmobile
und Caravans um uns herum. Etwa 300 davon finden Platz im Geiseltalsee-Camp. Wobei einige der schönsten Terrassenplätze von Dauercampern belegt sind.


Wer weder Zelt noch Mobilheim hat, kann in einem Fass übernachten. Denn inzwischen vermieten Patzers Schlafplätze im Campingfass.

Frischgebackene Brötchen und Cocktails

Natürlich gibt es einen Brötchenservice im Camp. Früher fuhr
Constanze Patzer noch morgens zur Tankstelle, heute hat sie einen eigenen
Backofen und bäckt uns frische Brötchen zum Frühstück. Sie verkauft auch Eis
und kühle Getränke, allerdings, ein richtiger Kiosk fehlt noch. Zum nächsten
Netto in Mücheln sind es aber keine dreißig Minuten zu Fuß. Mittagessen könnten
wir am Imbiss mit Gulaschkanone, der direkt neben dem Campingplatz am
Geiseltalsee-Rundweg aufgebaut ist, und Cocktails lassen wir uns der Beach Bar
des Strandbades mixen.

Baden im Geiseltalsee – Strandbad für Alle

Auf dem Campingplatz sind wir Camper unter uns, das Strandbad
Stöbnitz ist öffentlich. Sobald die Sommersonne richtig scheint, kommen
Wasserratten aus der ganzen Region an das Seeufer bei Mücheln. Der Eintritt ist
frei, der Sand weich, das Wasser angenehm. Für die kleinen Badegäste ist ein
flacher Badebereich sicher abgetrennt, sie können außerdem auf dem Spielplatz
toben. 
Noch ist Ruhe im Strandbad Stöbnitz
Freunde des FKK können im hinteren Bereich des Strandbades nackt baden,
ein dicht bewachsener Wall schützt vor neugierigen Blicken. Selbstverständlich
ist auch für Duschen, Umkleidekabinen und stets saubere Toiletten gesorgt, Rettungsschwimmer
der DRLG Ortsgruppe Geiseltalsee halten Wache. Nachts wird das Strandbad
abgeschlossen, wir Camper habe jedoch einen Schlüssel und können auch bei
Mondschein am Strand sitzen.


Tauchbasis im Geiseltalseecamp

Es badet sich wirklich gut in dem klaren See, wir könnten
uns am Strand auch ein Paddelboot ausleihen. Wer dem Geiseltalsee auf den Grund
gehen möchte, kann sogar Tauchen. Das Team der Tauchbasis hat sich oben auf dem
Campingplatz in Containern niedergelassen. Ein Shuttle bringt die Taucher samt
Ausrüstung von dort zur Einstiegsstelle. 
Schon im Februar 2015, auf der Reisemesse, habe
ich die Inhaber des Tauchzentrums Geiseltalsee gründlich ausgefragt. 
Das Fazit
aus diesen Gesprächen:



Tauchrevier Geiseltal – die Unterwasserwelt

Der Geiseltalsee ist ein reizvolles Tauchrevier, Millionen
Dreikantmuscheln halten das Wasser immer schön sauber, so freut sich der
Taucher über gute Unterwasser-Sicht. Der See weist unterschiedliche Tauchtiefen
auf und fasziniert mit seiner Unterwasserwelt. Bevor der Tagebau geflutet
wurde, gab es bereits vier Seen, die befischt wurden. Deshalb ist der nun
größte künstliche See Deutschlands auch jetzt schon so fischreich, was nicht
nur Taucher, auch Angler freut. (Angelkarten gibt’s bei Patzers) Auf seinem
Grund gingen vor Jahren noch Menschen spazieren, fuhren Rad, oder steuerten
Kohlebagger. Nun bedeckt das Seewasser Birkenwäldchen, knorrige Bäume,
Parkwege, Krater, und Reste von Gebäuden, an den Wassereinläufen sind kleine
„Canons“ entstanden. Hobbytaucher haben also viel zu entdecken.

Alle Infos zum Geiseltalsee Camp auf einem Blick:

Adresse:
Werkstraße Stöbnitz
06249 Mücheln (Geiseltal)
Betreiber Constanze und Thomas Patzer
Telefon: 0170-3011285
  •           Ca 300 Stellplätze
  •           Zeltwiese
  •           Camping-Fässer mit 4 oder 6 Betten
  •           Stromanschluss
  •           Duschen
  •           Lagerfeuerplatz
  •           Freier Zugang zum Strandbad
  •           Brötchenservice
  •           Imbiss neben dem Campingplatz (nicht immer
    geöffnet)
  •       Wintercamping möglich

Die Halbinsel Stöbnitz entdecken

Ich bleibe lieber an der Wasseroberfläche oder stromere an
Land herum. Abends gehen wir oft noch mal zum Aussichtsturm „Pauline“, und
gönnen uns einen Rundumblick über das Umland. Zu unseren Füßen schlängelt sich
die schmale Halbinsel Stöbnitz weit in den See hinein. Wir haben den dicht
bewachsenen Landstreifen schon kreuz und quer durchstreift und sind auch schon
drumherum gelaufen. Vom Parkplatz des Campingplatzes führt eine holprige
Betonpiste in das Innere der Landstückes, wir wählen natürlich die schmalen Waldwege.

 Wetterschutzhütte und Bootsanleger

An der Wetterschutzhütte des Interessen- und Fördervereines
Geiseltalsee e. V. machen wir gern Rast, nicht das das nötig wäre, aber der Ort lockt
zum Bleiben. Die Hütte steht auf dem, glaub ich, höchsten Punkt der Halbinsel
und ist gastlich eingerichtet. Tische und Stühle drinnen, Sitzgruppen und
Grillplatz draußen, unterhalb, wenige Meter entfernt, ist der Bootssteg. Damit
kein falscher Eindruck entsteht, die Hütte ist nicht bewirtschaftet, sondern
ein Rastplatz mit Toilette. Mindestens einmal im Jahr wird das Gelände zum Festplatz,
dann feiern die Vereinsmitglieder ihr Bergmannsfest und die Blasmusik schallt
weit über den See.

Bienenfresser und Orchideen im Naturschutzgebiet

Weiter als bis zu der Schutzhütte gehen nur Wenige, zumindest
begegnen wir nie Jemandem, das tut der Pflanzenwelt und den vielen Vögeln dort
gut. Dieser Inselteil gehört zum Naturschutzgebiet „Bergbaufolgelandschaft
Geiseltal“ und wird von vielen Vogelarten bewohnt. Auch der Bienenfresser ist ja im Geiseltal heimisch. Wer das Gebiet erkunden will, Orchideen und Tiere
beobachten will, bleibe bitte auf den Wegen. Vom Ende der Halbinsel aus, kann man
hinüberschauen, auf die vorgelagerten Inseln, ebenfalls geschützte Regionen, die
nicht betreten werden dürfen.
An eine Feuerstelle für romantische
Lagerfeuer haben die Camp-Betreiber
auch gedacht.

Drehort für Märchenfilme

Übrigens: Ufer und See sind eine märchenhafte Filmkulisse.
Hier ging die „Kleine Meerjungfrau“ (Märchen vorn Hans Christian Andersen) an
Land, um die Uferszenen für den neuen Märchenfilm zu drehen. Bereits 2011
ließen sich hier die „Sechs Schwäne“ (Märchen der Gebrüder Grimm) filmen, zum
Beispiel stand hier die Blockhütte mit dem reich gedeckten Holztisch.

Idylle zwischen Nord- und Südteil des Sees

Von dem schon erwähnten Aussichtsturm aus, kann man sehr
schön den Sonnenuntergang beobachten. Ich schaue mit das Spektakel gerne von
dem Platz vor der Einfahrt zum Geiseltalseecamp aus an. Hier gibt es auch
tagsüber tolle Aussichten.
Hier brennt nicht der Wald, sondern die Sonne
geht unter im Geiseltal.

Nach Süden streift der Blick über Dächer von Campingwagen
und Wasserfläche bis zur Marina Mücheln und die darüberliegende Kleinstadt. In
der anderen Richtung, am gegenüberliegenden Seeufer steigt der Weinberg
„Goldener Steiger“ an. Oberhalb kann man die Straußwirtschaft und 
die “Europäische Begegnungsstätte der Kulturen erkennen. Zwischen den Ufern glänzt das klare Wasser des Sees, der hier mit 78 Metern seine tiefste Stelle hat.

 Manchmal steige ich den steilen Hang zum einsamen Nordufer
der Halbinsel hinunter. Rabenschwarze Erde, wahrscheinlich Kohlenstaub, bedeckt
noch große Flächen, darauf blühen kontrastreich Wildblumen. Außerdem liegen
dort interessant geformte Steine herum.

Findlinge im Nordischen Plateau
am Geiseltalsee

Richtig große Steine lassen sich im Geschiebegarten
„Nordisches Plateau“ bestaunen. Dort sind Findlinge verschiedenster Art und
Größe anschaulich präsentiert, über das Woher, Was und Wie berichten
Infotafeln.

Oft wache ich lange vor den anderen Campern auf. Dann gehe ich
schwimmen oder ich mache mir eine Campingtasse Tee und gehe die paar Meter bis
zu dem Gesteinsgarten. Während ich teetrinkend auf meinem Lieblingsstein hocke,
erwacht ein neuer Tag im Geiseltal.


 Das sind meine Lieblingskaffeebecher fürs Camping ! 

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