Ein Streifzug durch die Mauern der Burgruine Hohnstein im Südharz

Der Eingang zum Areal der Burgruine Hohnstein im Südharz

Die Burgruine Hohnstein ist eines der spannenden Ausflugsziele im Südharz. An einem sonnigen Oktobertag zogen wir los, die ehemalige Festung zu erkunden. Es sollte keine lange Wanderung werden, deshalb fuhren wir mit dem Auto bis zum Parkplatz am Waldbad in Neustadt/Harz. Von dort führt ein gemütlicher Spazierweg auf die Kuppe des Porphyrfelsens hinauf. Oben, in rund 400 Metern über Normalnull stehen die abenteuerlichen Reste der alten Grafenburg.

In diesem alten Gemäuer wohnten vor Jahrhunderten die Grafen von Hohnstein mit ihrem Gefolge. Mit einer Länge von 140 Metern und bis zu 68 Metern Breite gehörte ihre Burg zu den größten Festungen im Südharz.

Wie es bei alten Burgen üblich ist, war auch Hohnstein gegnerischen Angriffen ausgesetzt, wurde erobert, zurückerobert, und schließlich, im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Wir suchten und entdeckten Spuren der ereignisreichen Burggeschichte. Besonders eifrig und fantasievoll waren dabei natürlich die Kinder. Durch die Ritzen verschlossener Türen erspähten sie Schlangen und Ungeheuer, gruselten sich im vermeintlichen Kerker und bestaunten den tiefen Brunnen.

Uns hat besonders gefallen, das die Burganlage kein gestylter Ort ist. Statt dessen sahen wir moosbewachsene Mauerreste, liefen über ausgetretene Treppenstufen und stromerten abenteuerlustig durch das Gelände.

Im Vorhof der Burganlage erblickten wir dieses, märchenhaft wirkende Gebäude. Es beherbergt seit 1908 den Burggasthof. Wer einmal ritterlich Speisen möchte, ist hier genau richtig.

Übrigens befindet sich dort ein Stempelkasten der “Harzer Wandernadel

Wir wählten an diesem Tag jedoch einen Picknickplatz im Bereich der Oberburg. Dort sind Sitzgruppen aufgestellt, auch eine Schlechtwetter-Variante ist dabei.

Auf dem Weg zum Rastplatz gab es noch einiges zu bestaunen. Zum Beispiel den Burgbrunnen. Die mittelalterlichen Brunnenbauer mussten 80 Meter tief graben, bis sie auf Grundwasser stießen. Der Brunnen ist teilweise zugeschüttet.

Von dort gelangten wir zum Eingang in die Oberburg, direkt neben dem Treppenturm. Links hinter dem Gittertor bewachte diese geheimnisvolle Gestalt im Mauerwerk eine verschlossene Tür. Nur ein paar Schritte weiter betraten wir die vermeintlichen Wohn- und Wirtschaftsräume der alten Festung. Hier also lebten, kämpften und liebten die Grafen, Ritter und Burgfräulein jener Zeit. Heute streifen Besucher und der Wind durch die zerfallenen Räume. Im Inneren des Treppenturmes lässt sich gut erkennen, wie die Burg mit dem Felsen verbunden ist. Ein Durchgang führt zu den ehemaligen Gemächer der Grafenfamilie. Vermutlich befand sich dort auch die Burgkapelle.

Gut befestigt ragt der Rest des ehemaligen Bergfrieds in den Himmel, er trägt eine stählerne Treppe samt Aussichtsplattform. Der Blick auf die umliegenden Wälder war an diesem Herbsttag besonders schön.

Interessante Informationen rund um die Ruine finden sich auf der Website des Hohnsteiner Mittelaltervereins.

3 Replies to “Ein Streifzug durch die Mauern der Burgruine Hohnstein im Südharz”

  1. Das ist ja ein sehr schöner, märchenhafter Ort! Ich liebe solche alten Gebäude und Ruinen, da hätte ich nur allzu gern eine Zeitmaschine, um diese mal zusehen, als sie noch in voller Blüte da stand!
    Liebe Grüße aus Brandenburg
    Jana und Aimee von Jaimees Welt

  2. Ja, im sächsischen Hohnstein war ich auch schon mal und deinen Artikel hab ich gern gelesen. Falls du "meine" Burgruine Hohnstein besuchst, noch ein Tipp. Nur etwa 30 Kilometer weiter gibt es die Burgruine Scharzfeld, die auch toll ist.

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