Geocacher treffen sich zum Frühstück auf den Brocken

4. Advent 2014 in Deutschland. Bereits in den Nachtstunden
machen sich Geocacher aus vielen Landesteilen auf den Weg zum Brocken. Sie
wollen am „2. Brockenfrühstück“ teilnehmen und gemeinsam den Sonnenaufgang auf
dem Plateau erleben.
Wir sind auch dabei. Schon am Samstag sind wir in Schierke
angereist, haben die dortigen Dosen gesucht und ein Zimmer in der
Jugendherberge belegt. Trotz unruhiger, kurzer Nacht erwachen wir voller
Tatendrang und sind schnell, 5.30 Uhr, abmarschbereit. Direkt gegenüber der
Herberge beginnt unser Wanderweg „Großmutters Rodelbahn“. Es ist finster und
arg windig, im Schein der Stirnlampen schimmert dichter Schneeregen.

Auf verschneiten Wegen

In der vergangenen Nacht war Frau Holle fleißig und hat auf
dem Brocken weichen Neuschnee fallen lassen. Vor uns liegt eine unberührte
Schneedecke, unsere Fußspuren werden die ersten darin sein. Mit Bedacht setzen
wir die Füße, denn wir wissen von den vielen Steinen und Wurzeln, die sich unter
dem Schnee verbergen. So passieren wir sicher auch die Alte Bobbahn, biegen auf
die Brockenstraße ab und wollen nach etwa 200 Meter den „Alten Kabelweg“
nehmen.

Dieses Foto der „Alten Bobbahn“ entstand auf dem Rückweg. 
So
sah der Wanderweg bei Tageslicht aus.

Vorsicht Schneepflug

Motorengeräusch stört die Stille, hinter uns braust ein
Schneepflug heran. Schatzi weicht zur linken Straßenseite aus, ich zur rechten.
Zu spät erkenne ich, dass ich auf der falschen Seite stehe, finde noch Halt an
einem Baum, bevor mich die kalte Masse trifft. Keiner hats gesehen! Ich steh
bis zur Hüfte im Schnee, lachend hilft mir Schatzi aus der Misere und es geht
weiter. Auf der frisch geräumten Straße läuft es sich gut, wir verzichten auf
die Abkürzung und schreiten Kurve für Kurve den Berg hinauf.

Taschenlampenlicht und Glühweinduft

Lange bleiben wir allein, erst als wir uns dem
Eckerloch-Ausstieg nähren, sehen wir bewegte Lichter zwischen den Bäumen. Noch
mehr Stirn- und Taschenlampen beleuchten den Goetheweg, am Bahnübergang treffen
alle zusammen. Es ist noch Zeit für ein Log im Buch des Caches „Wer führt hier was
im Schilde“, ich reiche die Dose einfach weiter. Nach diesem Tag muss wohl der
Owner ein neues Logbuch einlegen. Es ist kurz nach sieben Uhr morgens und schon
liegt Glühweinduft in der Luft. Er kommt aus der Schutzhütte, die da rechts am
Wege steht. Eine Gruppe Geocacher gönnt sich dort ein erstes Frühstück.

Leider bläst der Wind die Flamme des Gaskochers aus.
Also trinken wir den Morgenkaffee im Touristensaal.

Morgenstimmung am Brockengipfel

Die Morgendämmerung setzt ein, wir schalten die Stirnlampen
aus und nehmen den letzten Wegabschnitt in Angriff. Nebel und die Bahnsteiglaternen
umhüllen den Brockenbahnhof mit rötlichem Licht, schemenhaft zeigt sich der
Fernsehturm. Oben auf der Brockenkuppe ist der Wind merklich stärker, aber
Brockenhaus und Hotel sind schon in Sichtweite. Extra für uns, hat der Brockenwirt
den Touristensaal schon so früh geöffnet und frische Brötchen gebacken. Hier
ist es warm und nach dem Aufstieg hab ich mit ein Nutellabrötchen redlich
verdient.

Geocachertreffen im Touristensaal

Schnell füllen sich die schätzungsweise 200 Plätze des
Saales mit Geocachern. Wir fachsimplen, zeigen uns gegenseitig Coins und TB und
suchen das Logbuch. Im Foyer steht eine Kiste mit TB´s die abgelegt wurden und
gesehen oder mitgenommen werden, also schreiben wir eine lange Liste voller
Codes auf. Während Schatzi ins Gespräch vertieft ist, suche ich „den Gründel“.
Wie versprochen hat Markus Gründel einige seiner Cachetools II dabei, heimlich
erwerbe ich einige Exemplare dieser praktischen Cacherhilfen – die passen noch
gut unter den heimischen Weihnachtsbaum.
Pünktlich 8.20 versammelt sich der harte Kern am
Brockenstein, wir blicken dorthin, wo ganz sicher die Sonne aufgeht, auch wenn
wir sie nicht sehen. Kurz danach machen sich die ersten Wanderer auf den
Rückweg. Wir kehren in den Saal zurück, trinken Kaffee, plaudern und lauschen
den Geschichten der anderen Cacher.

Dieses Foto vom Wolkenhäuschen auf dem Brocken habe ich an einem
an einem schneefreien Tag gemacht.

Gemütliches Beisammensein im Wolkenhäuschen

Dann wollen wir eigentlich noch die Multis auf dem Gipfel
angehen. Schon nach den ersten Metern im stürmischen Wind verschieben wir diese
Aktion auf den Sommer. Statt dessen suchen wir eine windgeschützte Stelle um
uns einen Kaffee zu kochen und landen im Wolkenhäuschen. Hier sind wir richtig,
denn eine andere Gruppe Geocacher und Freunde des Outdoor-Lebens feiert hier
bereits. Es gibt frische Eierkuchen und extrem gute Laune, für stimmungsvolle Musik
ist auch gesorgt. Draußen herrscht dichtes Schneetreiben – uns geht es gut!


Bevor der Wind zum Sturm wird, wandern wir durch die
zauberhafte Winterlandschaft nach Schierke zurück. Ein tolles Event – Danke an
die Organisatoren.

2 Replies to “Geocacher treffen sich zum Frühstück auf den Brocken”

  1. Das hört sich alles echt schön an – vor allem im Wolkenhäuschen. Ich bin bisher nur einmal Geocaching gegangen und bin absolut an den Koordinaten und meinem Orientierungssinn gescheitert. 😀

    Aber sehr schöner Bericht!

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