Kriebstein – Talsperre, Stausee und Burg

Lange schon stand ein Camping-Wochenende an der
Kriebstein-Talsperre auf meiner Ausflugs-Wunschliste. Als wir dann endlich dorthin
unterwegs waren, nahmen wir das graue, kühle Wetter aus dem heimischen Halle
mit. Regenjacken, Zeltheizung, viel Bewegung und gute Laune halfen darüber
hinweg. Schnell war unser Klappfix auf dem urigen Campingplatz am Ort
Kriebstein aufgebaut, so blieb noch am Ankunftstag Zeit um die örtliche Burg zu
inspizieren. Im Jahr 1384 erlebte die stolze Burg Kriebstein ihre
Grundsteinlegung und wacht seit Jahrhunderten auf ihrem Felsvorsprung über das
Engtal der Zschopau.

Die Burg überm Zschopautal

Burg Kriebstein zählt zu den schönsten Ritterburgen in Sachsen und hat schon einigen Filmen als Mittelalter-Kulisse gedient. 
.
Wir betreten das historische Gemäuer durch das Torhaus, die Gaststätte mit dem vielsagenden Namen „Zum Hungerturm“ hat allerdings bereits geschlossen. Unter dem Dach des imposanten Wohnturms sind die hölzernen Balken des spätgotisches Dachwerks zu bestaunen, die unteren Etagen beeindrucken mit dem Kriebsteinzimmer und Möbeln der Adelsfamilie von Arnim. Uns zieht es auch in die Kellergewölbe sowie zum Brunnen, dessen Ausgrabung interessant dokumentiert ist
Der Stausee zu Füßen der Burg entstand ab 1927, denn die
Sachsen wollten die Wasserkraft des Flusses in Strom verwandeln und schufen
quasi neben bei ein idyllisches Erholungsgebiet. Nicht weit von unserem
Standplatz ist der Heimathafen der fünf Fahrgastschiffe, der auch die Seebühne
Kriebstein beherbergt. Unterwegs dorthin, sehen wir mutigen Kindern zu, die
über Netzbrücken und schwankende Bohlen einen Parcours im Kletterwald
absolvieren. Das benachbarte „Kriebeland“ mit Badezuber, Grillplatz und
kasachischer Jurte verspricht ebenfalls viel Spaß.



Wanderweg mit Raubschloss, Wappenfelsen und Kunst

Beidseitig der neun kilometerlangen Talsperre führt ein
Wanderweg entlang, Grund genug für einen Wandertag. Mal schlängelt sich der
meist bewaldete Weg direkt am Ufer entlang, dann steigt er steil an und wird
zum Höhenweg. Es geht sich gut auf dem Waldweg und wir erreichen bald das
Bungalow-Dorf Falkenhain und rasten oben im Raubschloss Ringethal. Die
künstliche Ruine ruht auf dem echten Fundament einer alten Burg, der Standort ist
perfekt für einen umfassenden Blick über die Schlaufe der Talsperre.

Raubschloss Ringethal
Als Nächstes steuern wir den Fähranleger Ringethal an und
setzten über nach Lauenhain, ein kurzer Besuch beim dort ansässigen Outdoorteam
Unger weckt Erinnerungen an Paddelabenteuer. Wenn wir schon einmal hier sind,
klettern wir natürlich den Wappenfelsen hinauf. Vor mehr als einhundert Jahren
verewigten Studenten an dem Gestein das Wappen ihrer Korporation, heute ist er
sozusagen ein Wahrzeichen Lauenhains. Jetzt beginnt ein felsiger Weg mit stetem
Auf und Ab, so richtig nach meinem Geschmack, mit Wurzeln, Steinen und engen
Stellen. Auf dem Rückweg zum Campingplatz passierten wir noch ein Stück des
Kunstwanderweges und erfreuten uns an eigenwilligen Skulpturen, die dort als „Kunst
am Wasser“ stehen.

Kriebstein-Stausee

Glücklicherweise haben wir genügend Proviant im Rucksack,
denn an diesem regnerischen Vorsaison-Tag finden wir nichts zum Einkehren.
Trotzdem kann ich den Rundweg nur empfehlen und die Wirtin der Gaststätte des Zeltplatzes bäckt leckeren Kuchen, der nach dem Wandern hervorragend schmeckt. Wer nicht den gesamten Weg laufen möchte, legt einen
Abschnitt mit der Fähre zurück, die, von Mai bis Oktober, mehrmals täglich zwischen
Kriebstein Hafen und Mittweida Aue pendelt.

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