Kurzurlaub im Breisgau – drei Tage im Leiselheimer Hof am Kaiserstuhl

Ankommen im Leiselheimer Hof am Kaiserstuhl

Für diesen Kurzurlaub im November haben wir uns den (statistisch gesehen) wärmsten
Ort Deutschlands, den Kaiserstuhl ausgesucht. Seit Stunden sitzen wir im Auto,
Schatzi fährt, ich genieße und träume. Der Fahrbahnrand ist immer wieder mit
buntgeschmückten Laubbäumen dekoriert, nur der Hochnebel trübt das farbenfrohe
Herbstbild etwas. Endlich kommen die ersten Weinhänge und Obstwiesen in Sicht,
wir nähren uns dem Zielort Leiselheim.
„Ziel erreicht“, sagt das Navi, am Ortseingang, in der Meerweinstraße,
steht der Leiselheimer Hof mit freien Parkplätzen direkt vor der Hoteltür.

Karin
und Wolfgang Muth erwarten uns bereits, nach einem herzlichen Willkommen, zeigt
uns die Wirtin sogleich das helle Zimmer.

                                                                                                                                                                                                 

Hier werde ich mich wohlfühlen, denn ich liebe so geräumige Hotelzimmer. Da können sich auch einmal zwei Leute gleichzeitig bewegen oder gemütlich am Tisch sitzen. Auch das Tageslichtbad punktet mit viel Platz und kuschelweichen Handtüchern. Zusätzlich hat unser Zimmer einen Balkon mit toller Aussicht

Erste Eindrücke von Leiselheim und dem Kaiserstuhl

Nach kurzer Verschnaufpause zieht es uns jedoch wieder ins Freie. Wir wollen das letzte Tageslicht ausnutzen, um die nähere Umgebung anzuschauen, in Leiselheim sind außerdem zwei Geocaches versteckt. (Über unsere Geocachingabenteuer im Breisgau berichte ich in einem anderen Beitrag.) Die Attraktionen des kleinen Winzerortes haben wir schnell entdeckt, werden sie später näher betrachten.
Der sieben Meter hohe Stuhl steht auf dem
“Leiselheimer Gestühl”. Dieser Ort soll namensgebend
für den Kaiserstuhl gewesen sein.

Jetzt gehen wir erst einmal in die Weinberge, der weithin
sichtbare riesige Stuhl zieht uns an. Er steht an einer aussichtsreichen
Stelle, umgeben von Weinreben verschiedener Sorten. 
Freundliche Winzer haben
ein paar leckere Trauben für uns hängen lassen. Badischer Wein lässt sich also
auch hervorragend essen.

Wie um diese Jahreszeit üblich, wird es schon gegen siebzehn
Uhr dunkel – Zeit zum Einkehren. Zu unserem Hotel gehört praktischerweise auch
eine Gaststube. Dort lauschen wir bei einem guten, einheimischen Weißwein den
Ausflugstipps unserer Wirtsleute und lassen uns einen zarten Sauerbraten
schmecken. Ich bin müde von der langen Fahrt (oder dem Wein?) und froh,
dass unser Bett nur wenige Schritte entfernt bereitsteht.

Morgenspaziergang in Leiselheim

Wer früh schlafen geht, hat zeitig ausgeschlafen. Ich gönne
Schatzi noch etwas Schlaf und schleiche mich, warm angezogen, mit unserer neuen
Kamera aus dem Zimmer. Leiselheim ist in warmes Morgenlicht gehüllt und ich übe
mich im Fotografieren von Brunnen, Kirche, Brunnenstüble und anderen Motiven.
Offensichtlich blickt mein Urlaubsort auf eine lange Geschichte zurück, davon
erzählen auch die gelben Schilder, die an historischen Häusern angebracht sind.

Café Lisele in Leiselheim

Zur Geschichte dieses Hauses: 

1740 – Bau des Gemeindekellers
            für den Steuerwein
1765 – Darüber wurde das
            Schulhaus gebaut
2003 – Umbau zum Café Lisele

Stockbrunnen in Leiselheim
Im Hintergrund das Haus der Winzergenossenschaft







Der Stockbrunnen ist ein Wahrzeichen des Ortes. Sein Wasser entspringt hinter dem Brunnenstüble im Brunnenstubengarten. An diesem Brunnen holten die Leiselheimer jahrhundertelang ihr Wasser.

Brunnenstüble in Leiselheim



Das Brunnenstüble birgt eine kleine Galerie und einen Stammtisch. Leiselheimer und Gäste können hier schwätzen und die guten Tropfen der Region probieren.

Nach diesem kleinen Morgenspaziergang freue ich mich auf das Frühstück und
finde im Leiselheimer Hof einen liebevoll, reich gedeckten Tisch vor. Übrigens
die Marmeladen sind hausgemacht.

Ausflugsorte im Breisgau – Freiburg und Breisach

Wir könnten jetzt ins Elsass fahren, in den Schwarzwald, an
den Schluchsee oder nach Basel – alles beliebte Ziele, die nur eine gute Autostunde weit entfernt sind. Doch so weit weg wollen wir gar nicht. Wäre ideales
Wanderwetter, dann würden wir vielleicht durch die Weinberge oder die Rheinauen
wandern. Dank der zentralen Lage am Kaiserstuhl sind ab dem Winzerort
Leiselheim viele Ausflugsziele für uns gut erreichbar. Zudem haben wir mit unserer Gästekarte freie
Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Region. Eine Bushaltestelle gibt
es im Ort, etwa zwei Kilometer weiter befindet sich, in Sasbach, ein Bahnhof
der Kaiserstuhlbahn.

Freiburg im Breisgau liegt nur etwa fünfunddreißig Kilometer weit weg von unserem Ferienort – es soll eine sehenswerte Stadt sein und wird heute von uns besucht. Unser Auto stellen wir auf einer großen Parkfläche im nahe gelegenen Städtchen Breisach ab, sind nach wenigen Schritten am örtlichen Bahnhof und steigen in die Bahn Richtung Freiburg. In aller Ruhe können wir während der halbstündigen Fahrt das Kaiserstuhl-Massiv betrachten. Vor Millionen Jahren war es ein Vulkan, heute reift auf den idyllischen Hängen rund ein Viertel des badischen Weines.

Freiburg im Breisgau



In Freiburg lassen wir uns treiben, bestaunen Hausfassaden, Straßenpflaster, Fischerhäuser und natürlich das Münster. Drinnen findet gerade ein Gottesdienst statt, wir belassen es also bei einem ehrfürchtigen Blick durch das Portal und fotografieren viele Details der Außenfassade. Gut das moderne Kameras so viel Speicherplatz haben! Es ist Mittagszeit und an den Verkaufsständen des Münstermarktes duftet es verführerisch – wir essen jeder eine „lange Rote“ mit ebenso langem, knusprigem Brötchen.


Freiburger Ansichten: Freiburger Pflaster, Freiburger Fassaden, Freiburger Dachlandschaft:


Breisach am Rhein

Für die zweite Tageshälfte haben wir noch einen Rundgang
durch Breisach eingeplant. Wir bummeln durch die kleine Einkaufsstraße, steigen
die Schänzletreppe hinauf auf den Münsterberg. Unübersehbar weisen die Türme
des St. Stephans Münster, hoch über Stadt und Rheinufer, den Weg dorthin.
Nachdem wir das imposante Bauwerk von innen und außen bestaunt sowie die
Aussicht nach Frankreich genossen haben, laufen wir über viele Treppen bis hin
zum Rheintor. Jedoch müssen wir nun etwas beeilen, denn noch vor dem
Dunkelwerden wollen wir die Ruine auf dem Eckartsberg erreichen. Der Weg
dorthin lohnt sich, nicht nur der Aussicht wegen. So viel Sehenswertes hätte
ich in Breisach am Rhein gar nicht vermutet.

St. Stephans-Münster in Breisach am Rhein
Radbrunnenturm in Breisach

Pflastermüde und voller Eindrücke lassen wir den Tag bei
gefüllten Maultaschen und einem Kaiserstühler Viertele im Hotel ausklingen.

Erlebnisse in und um Leiselheim am Kaiserstuhl

Der neue Morgen in Leiselheim beginnt mit diesem Bild.

Wir
flüchten vor dem Regen nach Endingen und lernen einen weiteren reizvollen Ort
am Kaiserstuhl kennen. Kleine Fachwerkhäuser, Fassaden aus der Zeit des Barocks, des Rokoko, der Renaissance und Spätgotik prägen das historische Stadtbild.

Vorderöstereich Museum in Endingen
am Kaiserstuhl
Rathaus in Endingen

Verwinkelte Gassen führen durch die Altstadt zum
Käsereimuseum und dem Vorderösterreich Museum. Als Nächstes fahren wir nach
Sasbach am Kaiserstuhl, Leiselheim ist übrigens ein Ortsteil dieser Gemeinde.
So nah an der französischen Grenze ist ein Abstecher in das Nachbarland für uns
obligatorisch. Also folgen wir der Straße bis nach Marckolsheim. Leider
verabschiedet sich schon bald der Akku der Kamera (laden wäre schlau gewesen).
So bleiben uns nur die Erinnerungen an unseren allerersten Trip
nach Frankreich.

Nachmittags gönnen wir uns eine Pause im gemütlichen
Hotelzimmer, bevor wir noch einmal durch die Leiselheimer Weinberge spazieren. Auf
dem Kirchhof entdecken wir Partyzelte und werden herzlich für den Abend
eingeladen.

Geplant ist ein Laternenumzug mit anschließendem Glühweintrinken und Würstchenessen. Natürlich sind wir dabei, auch wenn Regen unser trockenes Urlaubswetter beendet.

Allerdings haben wir noch mehr vor. An diesem
Samstagabend hat das Brunnenstüble geöffnet, dort wollen wir unbedingt noch
hineinschauen. Zwar ist die, im Hof befindliche, Quelle eher enttäuschend, die
Stube selbst jedoch sehr einladend. Daran hat die charmante Gastgeberin aus
Schelingen einen großen Anteil. Claudia lädt zum Hinhocken und schwätzen ein,
selbstverständlich gibt es dazu ein Gläschen Kaiserstühler Wein. Dabei erfahren
wir: Das Brunnenstüble ist eine Kunstgalerie und Stammtisch der
Winzergenossenschaft. Bei dieser lustigen, aufschlussreichen Plauderei
verbringen wir eine unterhaltsame Stunde an die wir uns lange erinnern werden.

 – Im Brunnenstüble –

Als wir zurück zum Hotel gehen, hören
wir – die Leiselheimer sitzen noch immer unterm Festzelt im Kirchhof beim
Glühwein. Für uns wird’s aber jetzt Zeit, denn morgen früh treten wir die lange
Heimfahrt an.

Es war ein schöner Kurztrip an den Kaiserstuhl. Ermöglicht hat ihn die „Reisehummel“ – ein Veranstalter für Kurzreisen. In meinem Reisebericht schrieb ich nur meine persönlichen Erlebnisse und eigene Meinung nieder.

Hier noch einige Tipps

–          Für Europa-Park-Besucher: Leiselheim liegt nur
wenige Kilometer von Rust entfernt.

–         
Für Kegelfreunde: Der Leiselheimer Hof verfügt
über zwei Kegelbahnen mit Gastraum.

–         
Für Radfahrer und Motorradfahrer: Das Hotel
bietet sichere Plätze zum Unterstellen der      Zweiräder.

7 Replies to “Kurzurlaub im Breisgau – drei Tage im Leiselheimer Hof am Kaiserstuhl”

  1. Klingt nach einem richtig schönen Kurztripp. Ich war leider noch nie am Kaiserstuhl, habe es mir aber genauso vorgestellt, wie auf deinen Bildern: Schön urig und gemütlich. 🙂

    Liebe Grüße,
    Sarah Maria

  2. Ist ja witzig, dass der Stuhl so groß ist! Den muss ich nachher mal meinem Kind zeigen 🙂
    Ich wünsche dir viele Besucher am heutigen Kommentiertag!
    Liebe Grüße aus Brandenburg
    Jana und Aimee von Jaimees Welt

  3. Hallo Karin, ich lese seit länger Zeit Dein Blog und bin begeistert. Die Region Rund um Freiburg kenne ich sehr gut, da ich auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen bin und Freiburg immer eine Reise wert ist. Ich habe Dich zum liebsten Blog Award nominiert und freue mich über Deine Teilnahme.

  4. Hallo Katrin,
    wir planen einen Wochenende verlängert im Kaiserstuhl…haben aber noch keine richtige Eingebung welcher der beste Ort ist. Hast du einen Tip? Wir reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an und suchen ein Örtchen wo es viele Winzer bzw viel Wein gibt und es nette Lokale gibt und wo man radeln kann und schnell in Colmar sein kann.

    1. Hallo Jahn Tini,
      Wein, Winzer und idyllische Radwege findet ihr natürlich überall am Kaiserstuhl. Leiselheim hat uns gut gefallen und ist mit Bahn und Bus oder Fahrrad gut erreichbar. Im Leiselheimer Hof stehen die Fahrräder sicher. Besucht unbedingt das Brunnenstüble. Wenn ihr einen etwas größeren Ort wollt, kann ich Endingen oder Sasbach ebenfalls Empfehlen. Ich wünsche euch viel Spaß und berichtet doch mal.

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