Ausflug nach Nordhausen in Thüringen

Nordhausen – Stadt der Treppen und Treppenkäfer

Nordhausen liegt in Thüringen, nahe der Mitte Deutschlands und ist über die Autobahn 38 recht gut erreichbar. Es ist eine hübsche Kleinstadt mit alten Fachwerkhäusern, kopfsteingepflasterten Straßen und Treppenkäfern. Wir haben in dem Jugendgästehaus Rothleimmühle ein nettes Zimmer gebucht, wollen die Stadt erkunden und ein paar Geocaches suchen.

Stadtrundgang – Treppenkäfer

In der Stadt gibt es einige Höhenunterschiede zu überwinden, wir befinden uns ja auch am Rande des Südharzes. Treppen führen bergab und bergauf, einige werden von einem Treppenkäfer bewohnt. Dieser Nordhäuser Spezie von Krabbeltieren ist ein Multi-Geocaches gewidmet. Dessen Listing dient uns zugleich als Plan für den Stadtrundgang durch Nordhausen. Zusätzlich haben wir uns aus der Unterkunft einen Stadtplan mitgenommen, auf dem alle Treppenkäfer markiert sind.

Figur Treppenkäfer

Gar nicht weit von der Rothleimmühle entfernt, begegnen wir dem Käfer Hummrich.

Er ist ein lernbegieriges Exemplar seiner Art, hockt auf einem dicken Buch und erhielt seinen Namen von dem Gebäude des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen. (Habe ich es auf der Webseite der Treppenkäfer nachgelesen)

Feininger-Blick und Roland

Nordhausen Feininger Blick

Auf dem Weg von Käfer zu Käfer kommen wir an vielen Sehenswürdigkeiten Nordhausens vorbei. Zum Beispiel an der Blasii-Kirche, deren Anblick Lyonel Feininger zu zwei Bildern animierte.

Der Punkt, an dem der Maler vermutlich seine Skizzen machte, ist als Feiningerblick mit einer Informationstafel gekennzeichnet.

Wenige Schritte entfernt bietet sich das Café Sahne mit seinen leckeren Kuchen zur Rast an. Allein dessen Inneneinrichtung ist einen Besuch wer.

Figur Treppenkäfer

Vor der Stadtinformation sitzt Käfer Froebicus, sein Sponsor hat ihn nach dem ägyptischen Skarabäus benannt.

Gleich gegenüber befindet sich das Alte Rathaus. Es steht dort seit mindestens 1360. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es natürlich verändert, brannte ab und wurde wieder aufgebaut. Heute zeigt sich die Fassade vorwiegend im Renaissance-Stil. Mit dem Turm und den gotischen Fenstern hat es sich jedoch auch ältere Bauelemente erhalten. Alt ist auch der überdachte Standplatz, auf dem der hölzerne Roland wacht.

Diese bunte Figur, Symbol der freien Stadt, ist allerdings nur ein Duplikat. Das Original aus dem Jahr 1717 lässt sich im Neuen Rathaus bewundern. Übringens ist der originale Roland Nordhausens eine der drei letzten Rolandfiguren aus Holz.

Rathaus mit Rolandfigur
Altes Rathaus Nordhausen mit hölzernem Roland

Auf dem Petersberg Norhausen

Im Jahr 2004 richtete Nordhausen die thüringische Landesgartenschau aus. Davon profitiert das Stadtbild noch heute. Vor allem dem Gelände auf dem Petersber, um den Petriturm herum, hat dies offensichtlich gut getan. Dort oben gibt es unter anderem einen Kletterturm und mit der Ritterburg den wahrscheinlich schönsten Spielplatz der Stadt.

Figur Treppenkäfer

Treppenkäfer gibt es auch. Ein ganzer Treppenkäferzug krabbelt die Treppe zur Parkanlage hinauf, oben sitzt Selina Marie, der Kinderkäfer.

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann auf dem Petersberg in Nordhausen sicher einige schöne Stunden verbringen. Wir gehen die nächste Treppe wieder abwärts, wobei wir ständig zwei riesige Flaschen “Echter Nordhäuser Doppelkorn” vor Augen haben.

Kornstadt mit Traditionsbrennerei

Die Riesenflaschen stehen auf dem Gelände der Spirituosenfabrik Nordbrand Nordhausen. In der Kornstadt wird schon seit rund 500 Jahren aus Korn Schnaps gebrannt. Wie viele Körner für eine Flasche Doppelkorn benötigt werden, wo das ganze Getreide herkommt und noch viel mehr erfahren Besucher der Traditionsbrennerei in der Grimmelallee.

Blick auf Nordhausen

Natürlich gibt es nicht nur einen Treppenkäfer zu diesem Thema. Sondern die Doppelkörner Henry und Henriette machen es sich auf der Rähmentreppe gemütlich. Bei einem sanierten Plattenbau mit Fensterläden treffen wir auf die Käferfigur Telefunny.

Rund um den Altstadtkern sind viele Teile der alten Stadtbefestigung erhalten. Schon auf dem Petriberg haben wir imposante Reste der Wehranlage der freien Reichsstadt bestaunt. Die Treppenstufen bei Käfer Jacob bringen uns hinauf zum Primariusgraben, einem der zugeschütteten Wallgräben, die zu einem Spazierweg ausgebaut wurden. Diesem Weg folgen wir, wobei sich grandiose Aussichten auf Stadt und weit ins Land bieten.

Stadtmauer Nordhausen
Reste der Stadtbefestigung

Mit QR-Code den Dom besichtigen

An der Wassertreppe verlassen wir den Rundweg, natürlich erst, nachdem wir den Um-die-Ecke-Käfer Ecki und den Wasserträgerkäfer genau angeschaut haben. Von hier ist es nicht weit bis zum Dom. Während der regelmäßigen Domführungen erfahren Interessenten viel Wissenswertes über die Geschichte und die Schätze der Stiftskirche. Außerdem geht die Pfarrgemeinde mit der Zeit und nutzt QR-Codes, um Besucher mittels Smartphone durch den Dom zu führen. Den Klang der Orgel des Domes Zum Heiligen Kreuz gibt es auch online zu hören.

Wieder einmal lies sich unser Hobby Geocaching mit einem Altstadtbummel verbinden. Bei den Treppenkäfern fanden wir Tipps, mit denen wir die Koordinaten des Caches-Verstecks ausrechnen konnten.

Nachtcaches auf dem Gehege

Stadtbummel machen hungrig. Zum Glück hat der freundliche Koch der Rothleimmühle reichlich Abendessen vorbereitet. Schließlich brauchten wir noch Kraft für den Nachtcaches “Nordhäuser Gehege bei Nacht”. Ende März wird es ja relativ zeitig dunkel. Also schnappten wir bald nach dem Essen die Taschenlampen und zogen los.

Da es Ende März relativ zeitig dunkel wird, mussten wir nicht bis in die Nacht warte. Also schnappten wir uns nach dem Essen die Taschenlampen und zogen los. Über den Hang, direkt hinter unserer Herberge, führt ein Weg zur Gehegesiedlung. Besagtes Gehege ist, laut Stadtwebsite, die älteste Parkanlage der Stadt. Immerhin begann deren Aufforstung schon 1738.

Inzwischen ist es ein beachtliches Waldstück mit verschlungenen Pfaden und mehreren Gedenksteinen. An dem Denkmal für Turnvater Jahn begann unser Nachtcaches. Im Schein der Lampen entdeckten wir winzige Reflektoren, die uns den Weg zum Versteck der begehrten Dose wiesen.

Geocaching im Stadtpark Nordhausen

Unser zweiter Tag in Nordhausen ist dem Cache “erste Nordhisser Letterbox” gewidmet, der mit einem Spaziergang durch den Stadtpark verbunden ist. Vor 150 Jahren war dessen Gelände noch ein Sumpfgebiet, das immer mal wieder von der Zorge überflutet wurde. Inzwischen ist das Flüsschen durch einen Damm gebändigt und ab 1880 entstanden Parkwege, Teiche und Brunnen.

Stattliche Bäume wuchsen seither heran, erfreuen das Auge und spenden Schatten. Eine Bank aus Brockgranit erinnert an Friedrich Schiller, eine Reformatorenbank gibt es auch. Bei dem schönen Wetter ist natürlich der große Abenteuerspielplatz gut besucht, genau wie der Tierpark mit Streichelgehege. Wir genießen die Frühlingssonne bei einem Picknick. Dabei rechnen wir die Zielkoordinaten aus und hinterlassen bald darauf unseren Fingerabdruck im Logbuch der Letterbox.


Weitere Tipps für den Besuch in Nordhausen

Park Hohenrode

Liebhaber englischer Landschaftsgärten kommen sicher in dem Park Hohenrode auf ihre Kosten. Es ist ein historisch bedeutsamer Park mit Villa und Kutscherhaus. Ein Förderverein bemüht sich die arg mitgenommenen Gebäude zu sanieren. Dabei wird sicher helfen, dass der Park zu einer Außenstelle der BUGA 2021 in Erfurt auserkoren wurde

Das Badehaus

Sei 1906 besitzt Nordhausen schon ein Badehaus. Von Außen beeindruckt das Gebäude mit seiner Jugendstilfassade, drinnen lockt es zum Baden und Saunieren. Es ist in Gesundheitsbad, Sportbad und Familienbad aufgeteilt. Dazu kommt eine mannigfaltige Saunalandschaft mit Dachgarten.

Museum Tabakspeicher

Der restaurierte ehemalige Tabakspeicher in der Bäckerstraße ist nicht zu übersehen. Er birgt heute ein Museum, dessen Exponate informieren über traditionelles Handwerk, über Kornbrennerei und das Herstellen von Kautabak. Außerdem können Kinder wie anno dazumal Brot backen und Wäsche waschen.

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