Unterwegs auf dem Reideradweg in Halle, Teil 1

Unterwegs in der Delitzscher Straße fiel mir, mal wieder,
das Schild „Reideradweg“ auf.
Wer Halle in östlicher Richtung verlässt,
überquert fasst immer, meist unbemerkt, das Bächlein „Reide“. Denn der rund 14 kilometerlange
Bach kommt aus Braschwitz und durchfließt den Osten der Stadt Halle bis er bei
Osendorf in die Elster mündet. Schönes Wetter, meine Neugier auf diesen Weg und
etwas Freizeit, lieferten genügend Gründe diesen Weg zu erkunden. Quellwärts
oder oder zur Mündung war die Frage, kurz entschlossen lenkte ich mein Rad
zunächst in Richtung Quelle, fuhr später zurück und weiter zur Elstermündung.

                                  Ein reizvoller Radweg in Halle

Der Radwanderweg führt durch landschaftliche Idylle, zeigt
ungemütliche Fleckchen, lockt zu einem Eis bei Radsch´s und endet (oder
beginnt) offiziell in Peißen, weit vor der Quelle. Mir sind die Abschnitte auf
Feldwegen am liebsten, es gibt aber auch kopfsteingepflasterte und asphaltierte
Passagen entlang des Baches. Brücken und Stege überspannen vielerorts das
Bachbett, unter größeren Straßen, wie der B6 oder der B100 muss die Reide einen
unterirdischen Weg nehmen. An manchen Stellen ist der Radweg gut beschildert,
mal fehlen die Hinweisschilder gänzlich.
Idylle an der Reide zur Zeit der Fliederblüte

Für Rennräder ist der Reideradweg nicht geschaffen. Die
Reifen meines Trekkingrades weisen ein vernünftiges Profil auf und sind gut mit
Luft gefüllt, so macht die abwechslungsreiche Strecke Spaß. Wer kein Rad sein
Eigen nennt, geht den naturnahen Weg durch die Großstadt zu Fuß. Der Bach zeigt
sich oft als unscheinbares Rinnsal, ist mancherorts fast zugewachsen, dann
wieder lädt er klar und frech zu einem Fußbad ein. 
Wer mich kennt, weiß, ich kann da nicht widerstehen. 
 Außerdem lockt die Wegstrecke entlang des Dieskauer Mühlteiches mit verschwiegenen Bänken zur Rast.
Im Umweltatlas der Stadt Halle habe ich gelesen, dass der
Bachlauf der Reide nicht natürlichen Ursprungs ist. Einwanderer legten ihn im
12. Jahrhundert an, um das Sumpfgebiet zu entwässern.[1]
Der Historiker Johann Christoph Dreyhaupt beschrieb im 1755 noch acht
Fischteiche[2], die von
der Reide gespeist wurden, möglicherweise zählen die in Dieskau erhaltenen
Lautsch- und Hoffmannsteiche dazu. Der Bach gilt als ökologisch gesund, es
sollen darin auch Forellen schwimmen, ich habe allerdings keine entdeckt.
Meinen Weg entlang der Reide werde ich im nächsten Post detailliert
beschreiben.


[2] http://www.sternwarte-halle.de/Kanena/Die_Reide/die_reide.html

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