Unterwegs auf dem Reideradweg in Halle – Teil 2

           
 
                                                                      
Auf dem Reideradweg war ich von der Mündung in Richtung Quelle unterwegs.
Hier, in Osendorf, mündet die Reide also, als rechter Nebenfluss oder besser “Nebenbach” in die Weiße Elster.
  
Saale-Elster-Talbrücke, eine der längsten Eisenbahnbrücken
Deutschlands

Die Region wird eindrucksvoll von der Saale-Elster-Talbrücke überspannt.

Ich verlasse diesen idyllischen Ort, mache mich nun auf den
Weg zur Quelle des Bächleins, der zunächst ein Feldweg ist.
Mein Weg kreuzt,
noch im Stadtteil Osendorf den Elster-Radweg, ich folge den Schildern, radele
über das Kopfsteinpflaster der Fritz Kießling Straße. Dann muss ich ein paar
Meter auf der viel befahrenen Regensburger Straße entlangrollen, biege in die
Straße am Tagebau ab, die einen sicheren Radweg bietet. 
Dieser endet am
Zebrastreifen, also wechsele ich die Straßenseite, finde den vorerst letzten
Wegweiser in Richtung Großer Mühlteich am Dieskauer Park.

Großer Mühlteich in Dieskau

Der geschützte Landschaftspark verdient seinen  eigenen Beitrag.

Entlang am Dieskauer Park und dem Honiglehrpfad

Nun, logisch wär, der Radwanderweg folgt dem namensgebenden
Bach, also radele ich immer am, östlichen, Ufer entlang. Es fährt sich angenehm
auf diesem breiten, weichen Waldboden, es folgt ein kurzer informativer
Lehrpfad zum Thema Honig und Bienen, und ich stehe an einer Kreuzung. Die Reide
kommt von gegenüber, aber soll dieser verwilderte Pfad wirklich ein
ausgewiesener Radweg sein? Kein Reideradweg-Schild, das Auskunft geben könnte,
also teste ich. Nehme den linken Weg und lande an der Straße am Tagebau, fahre
zurück, nehme den rechten Weg und komme in Dieskau an, nirgends ein
weiterführender Hinweis. Also wieder zurück auf den mittleren Pfad, gelange tatsächlich,
immer am Wasser entlang, bis zur Bundesstraße B6 und endlich zu einem hilfreichen
Wegweiser. Ich beherrsche mein Trekkingrad recht gut, deshalb ist dieser
schmale holperige Weg kein Problem. Für alle, denen der Wiesenweg zu
abenteuerlich ist, kann ich sagen – die linke wie auch die rechte Wegvariante
führen ebenfalls zu B6.
Wegkreuzung auf dem Reideradweg
An dieser Stelle führt der Weg geradeaus.

Von der B6 nach Kanena

Die Reide unterquert die Bundesstraße sicher, Radfahrer müssen vorsichtig überqueren und wechseln dann in der Gießereistraße an das andere, westliche, Reideufer.

Jetzt gerät der Bach für eine Weile außer
Sichtweite, ich erreiche diesen unwirtlichen Durchgang nach Kanena. Keine Sorge,
am linken Rand der Unterführung gibt es einen Steg, so gelange ich trockenen
Fusses hindurch.

Vorn links biege ich in die Gutsstraße ab, folge dem
Radwegschild zur Straße am Planetarium, sehe einen meiner Lieblingseisverkäufer
und gönne mir ein Wallnusseis. In der Ortslage Kanena ist der Reideradweg
verlässlich ausgeschildert. Vorbei an Kirche und Planetarium, geht es weiter durch
den Wiesengrund, die Strecke hält, was ihr Name verspricht. Zur Abwechslung ist
diese Etappe asphaltiert und ich komme zügig voran.

Durch Büschdorf, Reideburg und den Sagisdorfer Park

Büschdorf ist der nächste Ortsteil auf dem Reideradweg, der
Wasserlauf selbst ist nicht zu sehen, statt dessen erkenne ich den
Überlaufgraben des Hufeisensees. Nach ein paar Metern auf dem Weg Am Spielrain
weist der Pfeil nach links auf einen, beinahe, zugewachsenen Pfad zur
Delitzscher Straße. Geduldig warte ich auf einen autofreien Moment und
überquere dann eilig die Fahrbahn. Nun stehen die Wegvarianten durch die
Altenburger Straße oder über den verträumten Feldweg den Bach entlang zur
Auswahl. Natürlich fahre ich den, zur Fahrzeit trockenen, Uferweg, durch den
Ortsteil Reideburg. 

An der Straßenkreuzung zur Paul-Singer-Straße schickt mich
der Pfeil geradeaus in die Zwickauer Straße, und weiter zur Eigenheimsiedlung Sagisdorfer
Park. Links davon fließt die Reide, ich vermisse mal wieder einen
weiterführenden Hinweis, erspähe einen lauschigen Feldweg zwischen zwei
Häuschen und bin wieder am westlichen Uferpfad der Reide. Später, auf dem
Rückweg entdecke ich, die beschilderte Route über die gepflasterte
Parallelstraße. Mein Weg ist anspruchsvoll, ich muss sogar einmal absteigen und
mein Rad über einen einmündenden Graben heben. Plötzlich, direkt am Straußenhof
endet der Pfad an der weiterführenden Stichelsdorfer Straße.      

Über Stichelsdorf zum Endpunkt des Reide-Radwanderweges in
Peißen

Während die Reide durch Gut Stichelsdorf fließt, umfahre ich
dieses auf der Hauptstraße, dort wird der Bach entlanggeführt, nachdem er
gerade die Eisenbahnstrecke unterquert hat. Ich warte mit meinem Rad bis sich
die Schranke öffnet, biege links ab in die Alte Gartenstraße und erfreue mich
an der malerischen Reidepromenade in Peißen. Der fantasievolle Bildbetrachter,
ahnt vielleicht wie es hier zur Fliederblütenzeit duftet. Am Dorfteich biegt
der beschilderte Radwanderweg rechts ab, führt über Sankt-Wenzel-Platz, Am
Gewölbe und Am Zentrum zum Bahnhof Peißen.

Der Weg zur Quelle bei Braschwitz

Reidequelle bei Braschwitz

                   
Wer weiter, bis an die Quelle des Bächleins möchte, muss nun
ohne Wegweiser klar kommen. Der Bachlauf selbst ist durch die Bundesstraße B100
und ein Stückweit im gegenüberliegenden Gewerbegebiet überbaut. Radfahrer und
Fußgänger unterqueren die Hauptverkehrsader gefahrlos durch den Tunnel, in der
Saarbrücker Straße wird die Reide dann wieder sichtbar, hat ihren eigenen Weg
unter der Bahnstrecke hindurch. Ich muss einen weiten Umweg fahren und in
Braschwitz erneut an der Schranke warten, bevor ich mich auf die Suche nach der
Reidequelle begebe. Dabei hilft mir ein betagter „Eingeborener“, der erfreut
und wortreich den Weg beschreibt. Dann stehe ich an dieser unspektakulären
Stelle, wo das Reidewasser zum ersten Mal zutage kommt. Schnurgerade verlaufen
die ersten hundert Meter des Bachbettes, das ursprünglich, im 12. Jahrhundert
wohl ein Entwässerungsgraben war.
Der kurze Reideradweg nimmt sicher, mit Eisschleckpause,
nicht mehr als zwei Stunden in Anspruch.

One Reply to “Unterwegs auf dem Reideradweg in Halle – Teil 2”

  1. Vielen Dank für dein Kommentar auf meiner Seite. Dein Radweg Bericht klingt auch sehr interessant. Ich fahre im Sommer auch gern mit dem Rad – meistens aber nur im Umkreis von Leipzig.
    Vielleicht verschlägt es sich mal nach Bad Freienwalde, das Oderbruch ist besonders im Frühling zur Spargelzeit ein kulinarisches Highlight.

    Liebe Grüße

    Myriam

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