Unterwegs im Harz auf der Teufelsmauer – vom Sandlauf zum Großvaterfelsen

Am Sportplatz in Timmenrode steht das Auto gut, während wir
auf der Teufelsmauer unterwegs sind. Unser Abenteuer beginnt ganz unspektakulär
am Sandlauf, feiner Abrieb von der Sandsteinmauer sammelt sich hier zu einer
großen Sandkiste mitten im Wald. Wir sind gut vorbereitet, tragen feste Schuhe
mit gutem Profil, der Rucksack gibt uns freie Hand, so haben wir unseren Spaß
auf diesem beliebten, steinigen Wanderweg.

Über den bewaldeten Hang oder Felsbrocken geht es hinauf auf
die klippenreichen Route. Je nach Abenteuerlust und Beinlänge findet jeder
seinen ganz eigenen Weg. Einer folgt der Herausforderung genau über den Stein,
ein anderer nimmt den bequemeren Umweg. Mal fesselt uns ein toller Ausblick, an
anderen Stellen wecken groteske Baumwurzeln unsere Fantasie. Bald taucht das „Hamburger
Wappen“, wie die drei felsigen Zinnen auch genannt werden, auf. Bizarre
Gesteinsformationen bilden vor dem markanten Gebilde einen natürlichen
Kletterspielplatz.
“Hamburger Wappen” der Teufelsmauer bei Timmenrode

Klettersteine und Zwergenhöhle am Hamburger Wappen

Respektvoll bezwingen wir die sandsteinernen Brocken,
zwängen uns durch knappe Felsspalten, nutzen eingetretene Stufen und stehen
unvermittelt am höchsten (für uns erreichbaren) Punkt der Klippen. Später tummeln
wir uns noch eine Weile am Fuße der Zinnen, erkunden kleine Höhlen und schauen
in der Zwergenhöhle, wie von einem Balkon, weit über das Land. Die Kletterei macht
hungrig und durstig, wir wählen einen aussichtsreichen Rastplatz, und genießen.
Dabei lesen wir Namen, tausende sind in den harten Sandstein geritzt, wachsen
im Wind, durch Wasser, Frost und Sonne.
Als “Zwergenhöhle” bekannte Formation der Teufelsmauer
Noch etwa fünf Kilometer trennen uns vom Ziel Großvaterfelsen.
Wir wandern über den Kammweg der Felsrippe, nutzen schmale Pfade, steigen über
Treppen. Geländer sichern ausgesetzte, riskante Stellen. Der sandige Boden zwischen
dem Gestein ist fruchtbar, lässt Silbergras und Bäume wachsen, allerlei Kräuter
und Blumen blühen, Wiesen unterhalb des Weges sind üppig mit rotem Klatschmohn
geschmückt. Eine Gedenktafel am „Löbbecke-Felsen“ erinnert an den Blankenburger
Bürgermeister Karl Löbbecke, dem wir diesen abwechslungsreichen Wanderweg
verdanken.

Höhenwind auf dem Großvaterfelsen

Der Großvaterfelsen bei Blankenburg
Schnell vergeht die Zeit, das, mit Gesteinsbrocken übersäte,
vom sagenhaften Großvaterfelsen überragte, Endstück des Heidelbergs ist
erreicht. 
Das schöne Wetter treibt viele Ausflügler an den Aussichtsfels, wir
warten geduldig auf unseren Moment. Schauen dabei zu, wie Sandalenträger sich
an den Zehen stoßen und Mütter ängstlich ihre wagemutigen Kleinen beäugen, die
voller Stolz mit Papa vom Gipfel herunter winken. Jetzt ist die Lücke groß
genug, wir beginnen unseren Aufstieg, setzen die Füße vorsichtig, greifen nach
den Eisenklammern, die langbeinigen Wanderer sind hier echt bevorteilt. Dann
weht uns der Höhenwind um die Nase, die unverbaubare Aussicht weit übers Land verschlägt
den Atem. Laut dem Prospekt der Harzer Wandernadel stehen wir hier 319 Meter
über NN, wir sehen den Brocken, Blankenburg, und herrliche Teile des
Harzvorlandes.


Zurück könnten wir jetzt den leichten, beschaulichen
Fernwanderweg E 11 nehmen, der am Hang entlang ebenfalls nach Timmenrode zurückführt.
Wir entscheiden uns jedoch noch einmal für den alpinartigen Kletterspaß auf dem
Höhenweg.

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