Zörbig – kleine Stadt mit Schloss und Wassermühle in Sachsen-Anhalt

Vom 8. – 9. Dezember 2018 ist Weihnachtsmarkt im Schlosshof Zörbig

An einem schönen Wintertag führte mich mein Weg eher zufällig nach Zörbig. Das ist die Stadt, aus der der berühmte Zuckerrübensaft und die Rühlmann Orgeln kommen. Mit dem Auto bin ich schon oft durch das Städtchen durchgefahren, nun war es Zeit für einen Stadtbummel. Dabei entdeckte ich erstaunliches und landete zum Abschluss bei der Zörbiger Schlossweihnacht. Denn gerade an jenem Wochenende (2. Advent) fand im Schlosshof ein Weihnachtsmarkt statt. Doch dazu später.

 

blick auf den Burgturm Schloss Zörbig

 

 

Paradies, Ägypten und der Zörbiger Saftjunge

 

Zörbig gibt es schon seit mindestens 961, damit ist es die
älteste Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Es ist eine kleine Kleinstadt,
dennoch finden Ägypten, Rotes Meer und das Paradies in der Innenstadt Platz –
seltsame Straßennamen für einen mitteldeutschen Ort.
Wie fast jede Stadt besitzt auch Zörbig einen Marktplatz, auf dessen Nordseite steht eine schöne Postdistanzsäule. Von dort aus benötigte die gute alt Postkutsche früher Einunddreißig und ne halbe Stunde bis nach Dresden. Das Zörbiger Rathaus ist auch ein netter Blickfang, genau wie der Brunnen mit dem Saftjungen, der leckeren Rübensaft schleckt.
Ein unübersehbarer Rest der mittelalterlichen Stadtmauer ist der Hallesche Turm. Im Rahmen einer Stadtführung dürfen Besucher hinein und hinauf. In seiner Nachbarschaft steht noch das Haus des ehemaligen Henkers der Stadt.

Orgelbau-Anstalt, Skulpturen Park und eine Mühle am Teich

 

Orgelbau-Anstalt Wilhelm Rühlmann

Viele Kirchen in Sachsen-Anhalt sind mit einer Rühlmann-Orgel ausgestattet. Diese Orgeln stammen aus Zörbig, mein Stadtspaziergang führte mich auch an dem Gebäude der ehemaligen Orgelbau-Anstalt Wilhelm Rühlmann vorbei. Es blieb als Denkmal der Industrie- und Musikgeschichte Sachsen-Anhalts erhalten.
Aus einem alten Friedhof haben die Zörbiger einen hübschen Park gemacht. Dessen Parkwege führen auch durch einen Skulpturenpark bis hin zu einer historischen Wassermühle, die einst vom Strengbach angetrieben wurde. Engagierte Handwerker und der Heimatverein haben die fast zerfallene Mühle liebevoll restauriert und einen Teich angelegt. Das alte Mühlrad dreht sich wieder. Da kein fließendes Gewässer da ist, treibt ein Elektromotor das Rad an und das Wasser des Teiches plätschert zu Show. Es ist ein idyllisches Plätzchen geworden, das den Besuch lohnt.

Wassermühle in Zörbig

Schloss Zörbig mit Bergfried und Weihnachtsmarkt

 

 

 

Das Schloss Zörbig mit den Resten der steinernen Burganlage und dem Bergfried war mir noch nie aufgefallen. Es versteckt sich abseits der Durchfahrtsstraße auf einem Hügel. Nur der Turm und weithin hörbare Weihnachtsmusik lockten mit an diesem Samstagnachmittag dorthin.

 

 

 

 

 

 

 

So kam ich auf den kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt mit Bühne, Märchenwald und Verkaufsständen. In einer riesigen Pfanne brutzelten hausgemachte Kartoffelpuffer, es duftete nach Glühwein und Zuckerwatte. In der Burgschenke fand ich ein warmes Plätzchen zum Aufwärmen. Später besichtigte ich den Burgturm von Innen und stieg viele Stufen hinauf bis unter sein spitzes Dach.

In den Räumen des Schlosses befindet sich heute ein interessantes Heimatmuseum. Es wird ehrenamtlich von den Mitgliedern des Zörbiger Heimatvereines betrieben.
Der nächste Weihnachtsmarkt im Schloss Zörbig findet am 8. und 9. Dezember 2018 statt. Ein buntes Programm ist angekündigt und der Weihnachtsmann kommt auch vorbei.

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